Archiv für Oktober, 2006

Kummerkasten

Heute haben sich drei Rektoren bei mir ausgeheult. Weil Grund- und Hauptschulleiter in Bayern immer mehr Verwaltungskram erledigen müssen und dabei auch noch weniger Geld bekommen als ihre Kollegen von der Realschule oder vom Gymnasium.
Mann, mann, die haben losgelegt am Telefon, als ich sie nach dem Thema gefragt habe.
Als sie fertig waren, war das Essen kalt. Irgendwer in der Redaktion kocht immer, heute gab’s Nudeln mit Pesto, garniert mit Lästereien über den Spiegel *g.

Was oder wen habe ich diese Woche kennen gelernt?
- den neuen Dirigenten der Stadtkapelle Unterschleißheim
- einen englischen Bücherflohmarkt in Haar, hab zwei Bücher gekauft
- Pastoralreferent Döpfl, der sich über “Das Sakrileg“ von Dan Brown auslässt
Außer mir waren noch vier weitere Personen da und ich hatte als einzige das Buch gelesen. Folglich haben er und ich am meisten geredet. Hätte mich in dem Artikel eigentlich selbst zitieren sollen. „Wie eine aufmerksame Zuhörerin, offenbar Geschichtsstudentin, anmerkte…“ ;-)
- den Semesterbeginn an der TU -  alle wollen Maschinenbau studieren! Und: Ingenieure können verdamt wortfaul sein am Telefon.
- „Helfried“, einen österreichischen Kabarettisten. Ziemlich gut, muss ich sagen. Den Artikel könnte ich eigentlich morgen mal reinstellen.

Nein, ich war immer noch nicht im P1, Gerold.

Kommentare (1)

Ein Prost auf die Reformen?

Hartz IV-Schild

Regierungsfreunde aus der „Unterschicht“ treffen sich in dieser lauschigen Kneipe im Westend, geöffnet Montag bis Sonntag von 10 bis 1 Uhr. Man nimmt’s mit Humor. Bier hilft dabei.

Kommentar schreiben

Ach, wenn man nur so schreiben könnte…

„Die Argumente gegen München sind seit Jahrzehnten gleich und wahr und laufen doch ins Leere. Millionendorf? Natürlich. Die Münchener wissen selbst am besten, dass sich in ihrer Stadt keine fünf Plätze finden, an denen man sich in einer Metropole fühlt. Dass die U-Bahnen pünktlich fahren und weitgehend Graffiti-frei sind, wird in München nicht als reaktionär oder zumindest verdächtig wahrgenommen [...]. München braucht kein Wetteifern mit wahren Weltstädten, denn es ist sich selbst genug. In München hat man das angenehme Gefühl, nichts zu verpassen. Eben weil alle hier alles verpassen. Mit der Gabe, Langeweile in Gemütlichkeit zu verwandeln, fällt es den Münchenern leicht, auch am hellen Tag einmal die Augen zu schließen und zu träumen. Wo gibt es das sonst noch in diesem Land? [...] Münchens unverkrampfte Liebe zu sich selbst lässt sich jederzeit und überall in der Stadt bestaunen. [...] Fremde können kau glauben, dass diese Folklore nicht ausschließlich für japanische Touristen veranstaltet wird, die durch die Altsadt irren, auf der Suche nach dem Hofbräuhaus. Oder für die Amerikaner, die auf ungewohnten Fahrrädern durch den englischen Garten schlenkern, oder die Hannoveraner Ehepaare, die sich bei Loden-Frey mit Hornknopfjackett und rosafarbenem Dirndl eindecken, weil aus ihrer nördlichen Perspektive München und das im Süden angrenzende Alpenpanorama doch eigentlich die schönste Projektionsfläche der deutschen Sehnsüchte bildet: unbefangen, fröhlich und großzügig in der Moral, schlagfertig, trinkfest und in der Gewissheit ruhend, dass das Eigene das Wahre ist. Sind sie nicht so, die Münchener? Und wer will nicht auch so sein? Das weiche Sowohl-als-auch, das gern mit der räumlichen Nähe zu Italien erklärt wird, ist doch viel smpathischer als das harte Entweder-oder, das in vielen Städten und Regionen Deutschlands das Denken und das Handeln prägt. [...] Die Stadt versteht es blendend, das Bayerische im liberalem Sinne zu verfremden und Fremde zu vermünchenern – zum Beispiel zugereiste Anwälte, die von einem Tag auf den anderen ihr „Guten Tag“ gegen das „Grüß Gott“ austauschen und ihre Zuneigung für eine glücklose Fußballmannschaft aus Frankfurt gegen eine erfolgssichernde Jahreskarte des FC Bayern hergeben. [...] Wie keine andere Stadt versteht es ausgerechnet das grantlerische München, die Zugereisten an sein sprichwörtliches Herz zu drücken. Und die meisten nehmen die bierselige Einladung bedenkenllos an, werden dicker und glücklicher im Laufe der Jahre. Ihr Verhältnis zur Stadt gerät mit der Zeit zu einem psychologischen Perpetuum mobile, zu einer sich selbst antreibenden Zuneigung: Das Liebenswerteste an München ist, dass die Münchener München so sehr lieben.“ (aus: „Passt scho!“von Timm Klotzek, GEO Special München, April/Mai 2003, S.26-28.)

OK, zugegeben, etwas übertrieben, aber irgendwie scheint da was Wahres dran zu sein. Ich werd’s überprüfen…

Kommentar schreiben

Jo wos is jetz des? München vs. Berlin

Heute Nacht teilweise auf baierisch geträumt, außerdem vom Papst, der gerade eine Auszeichnung für seine Verdienste für den baierischen Dialekt bekommen hat. So schnell kann’s gehn, bin also schon voll assimiliert ;-).
Was gibt es sonst? München findet sich gerade noch besser als sonst. Schließlich ist man jetzt doppelt Elite-Uni-Stadt. Und Putin war auch da, was will man mehr.
In Aying, wo Stoiber, Putin & Konsorten ein zünftiges Abendessen kredenzt bekamen, gingen irgendwann die Würste aus, so dass das benachbarte „Bräustüberl“ aushelfen musste. Dessen Wirt bemerkte nur: „Dass die soviel fressen können!“ Alles nachzulesen in der gloreichen Landkreisausgabe München-Nord der SZ.
GEO hat vor ein paar Jahren eine Umfrage unter Münchenern gemacht, warum es sich in der sogenannten „Isarmetropole“ am besten leben lässt. Das Ergebnis nennt sich „Sieben Gute Gründe für München“:

  1. Die Nähe zu den Bergen
  2. Kulturelles Angebot
  3. Die Nähe zu den Seen
  4. Historische Gebäude
  5. Cafés und Biergärten
  6. Englischer Garten
  7. Nahverkehr

Was sagt der Berliner dazu? Na, ganz einfach:

  1. Wer braucht schon Berge, wenn man Trümmerhaufen haben kann? Berge werden sowieso allgemein überschätzt.
  2. Stimmt, das gibt’s in Berlin nicht. Tote Hose. Verdammt.
  3. „Wie oft lag ich schon am Wannsee, wie oft sprang ich in die Spree…“
  4. Definiere „historisch“! Muss ja nicht zwingend älter als 45 sein. Bis vor kurzem hatte Berlin sogar noch eine Stadtmauer, jaha. Und bald gibt’s (noch) ein Stadtschloss.
  5. Allet klar, Cafés jibt’s en mass. Gärten auch. Und das Bier kommt aus Tschechien, europäische Integration und so. Man ist ja schließlich Hauptstadt und hat eine Mission zu erfüllen, wa?
  6. Viel besser: in Berlin kann man Tiere sehen, sie sind doch viel interessanter und gleichzeitig weniger pflegeintensiv als Engländer, das weiß doch jeder.
  7. München hat 86km U-Bahnnetz, Berlin 144km. München hat 71km Tram, Berlin 187km. München hat 555km Buslinie, Berlin 1.662km. München hat 442km S-Bahn, Berlin 331km. Insgesamt also 1154km (München) vs.  2324km (Berlin). Das sind dann 0,88 km/1000 Einwohner in München und…0,68km/1000 Einwohner in Berlin. Mist, da muss ich noch etwas an den Zahlen drehen. Dafür umrundet die BVG am Tag 18mal die Erde, ha!

Soviel dazu. Dieser etwas kindische Vergleich hat Spaß gemacht, das mach ich nochmal irgend-
wann.

Kommentar schreiben

Die Welt ist klein…

reliefkarte.jpg
…wie man ja hier ohne weiteres erkennen kann. Heute so gesehen auf einem Informationstag für Sehbehinderte: eine Karte für den Erdkundeunterricht. Und wer lauerte hinter den Hügeln? Natürlich ein Marburger. Ein Marburger Historiker. Nämlich der Schulleiter! Und er kannte auch noch Herrn Pfarrer Müller, im MTS-Volksmund „Blinder Müller“ genannt. Nein, sowas. Und er wollte meine Adresse haben. Natürlich nur, um sie schön säuberlich in Blindenschrift für mich zum Einrahmen in Karton zu stanzen (hoffentlich ;-) ).
Ach ja, der eine oder die andere fragt sich vielleicht, warum es noch keine Fotos von zünftigen Biergelagen o.ä. gibt. Grund dafür ist eine Nervensäge namens KoWa (Eingeweihte jetzt bitte gequält aufstöhnen), die am Donnerstag in Berlin in Berlin erledigt werden wird. Aber wir wissen ja: Ökonomen wollen einfach nur alle Menschen glücklich machen!

Kommentar schreiben

Tataaa…

soa
Was sagt man dazu, ein kleines bescheidenes „soa“ in der heutigen Ausgabe der Landkreisausgabe. Ein Berichtchen über einen Rumänischen Kulturabend in…is auch egal. Viel Europa, viel Folklore, viel Knoblauch im Essen. Was habe ich hauptsächlich gelernt?

  • Einleitung und Schluss sind für die Katz
  • Hausarbeiten sind für das Kaputtgehen des Stils verantwortlich (Substantivierung)
  • „Papanasi cu dulceata“ is auch nur’n Kreppel

Kommentar schreiben

Ältere Artikel »